Handbuch der Italien-Philatelie

Castelrosso / Kastelorizo

Lexikon

Ital. Briefmarke mit Überdruck Castelrosso Briefmarke mit der Inschrift Occupazione Italiana Castelrosso

Die Briefmarkenabbildung ist der Webseite www.ibolli.it entnommen.

Kastelorizo (ital. Castelrosso 'rote Festung') ist eine griechische Insel im östlichen Mittelmeer, rund drei Kilometer vor der türkischen Küste. Sie liegt 120 km östlich von Rhodos und bedeckt 9,113 km². Mit einigen umliegenden Inseln und Felsen bildet sie die mit rund 12 km² zweitkleinste Gemeinde der Region Südliche Ägäis und die östlichste Gemeinde Griechenlands. Sie erhebt sich mit dem Gipfel des Vigla bis auf eine Höhe von 273 m ü. d. M..

Nach dem Anschluss des Dodekanes und damit Kastelorizos an das moderne Griechenland wurde der antike Name der Insel, Megisti als offizielle Bezeichnung eingeführt.

1552 fiel Kastelorizo an das Osmanische Reich. In der Folge erfreuten sich die griechischen Bewohner religiöser, kultureller und wirtschaftlicher Privilegien, und so stieg die Handelsflotte der Insel zur größten des Dodekanes auf. Im Ersten Weltkrieg wurde die Insel am 28. Dezember 1915 von französischen Truppen besetzt.

1922 kam die Insel unter italienische Verwaltung. Die Italiener, die bereits seit 1912 über die anderen Inseln des Archipels herrschten, traten auf Kastelorizo als Kolonialherren auf und waren unter der Bevölkerung entsprechend unbeliebt. Unter der italienischen Besatzung diente die Hafenbucht Kastelorizos Wasserflugzeugen der Alitalia und Air France in den 1930er-Jahren als Zwischenstopp auf Flügen nach Afrika und in den Nahen Osten.

Im Zweiten Weltkrieg versuchten die Briten Anfang 1941 erfolglos die Insel zu erobern. Erst im September 1943 nach der Kapitulation Italiens konnten sie Kastelorizo besetzen. Im Sommer 1944 mussten die Briten nach einem deutschen Angriff die Insel wieder räumen.

1947 wurde Kastelorizo zusammen mit dem übrigen Dodekanes ein Teil Griechenlands.