Handbuch der Italien-Philatelie

Francatura dell' A.R. apposta sul piego

Italien - Postgeschichte

Vorderseite einer "Avviso di ricevimento" (Rückschein) welches den - vermutlich nicht amtlichen - Nebenstempel "Francatura dell' A.R. apposta sul piego." zeigt.

In Deutschland wurde das Porto für den Rückschein eines Einschreibens auf dem Einschreiben selbst verklebt und das Rückschein-Formular selbst trug einen "POSTSACHE / Service de Postes" Vermerk. In Italien hingegen wurden Rückscheine frankiert - ausser einem "AR" Vermerk auf dem Einschreiben gibt es auf einem italienischen Einschreiben mit Rückschein keine Hinweise auf einen Rückschein. Anderseits stellen die italienischen Rückscheine eine beliebte Möglichkeit dar, Einzelfrankaturen darzustellen.

Der hier vorliegende Beleg ist nicht frankiert sondern trägt den (gestempelten) Hinweis "Francatura dell' A.R. apposta sul piego." - Die Frankatur für den Rückschein findet sich auf dem Briefstück. Meiner Vermutung nach ist dieser Stempel vom Absender - den Vereinigten Krankenhäusern in Triest - angebracht worden. Die Schriftstücke, deren Ankunft durch die Rückscheine bestätigt wurden, waren vermutlich Krankmeldungen des Hospitals an den Arbeitgeber des Kranken. Darüber hinaus vermute ich, dass diese Schreiben mit einem Freistempel ("annulli rossi") frankiert wurden - denn in diesem Fall würde dieser Vermerk eine deutliche Arbeitsersparnis darstellen.

Ob dieses Vorgehen durch italienische Vorschriften gedeckt ist, ist im Jahr 1952 für Triest natürlich nicht von Bedeutung: Formal war die Zone A von Trieste - und in dieser ist das Einschreiben am 27.5.1952 aufgegeben worden - von Italien und seinen Vorschriften unabhängig.

ToDos für den Sammler: ein Einschreiben zu finden, bei dem die Rückschein-Gebühr auf dem Einschreiben und nicht auf dem Rückschein verklebt wurde.

Rückseite des oben gezeigten Rückscheins.