Handbuch der Italien-Philatelie

Mostra Degli Artisti Italiani in Armi

Lexikon

1942/1943: Mostra Degli Artisti Italiani in Armi

Ausstellung feldgrauer italienischer Künstler

Stephan Jürgens, AIJP

Vor einiger Zeit fand ich den oben abgebildeten Wiener Sonderstempel in einer 1 Euro Kiste. Die italienische Inschrift auf einem deutschen Stempel ließen diesen Beleg in meine Sammlung wechseln. Der später durchgeführte Blick in den Bochmann zeigte, dass es sich durchaus um einen wirtschaftlich günstigen Kauf gehandelt hat. Die Anfang der 1950er Jahre von Bochmann angegebenen DM Preise werden heute problemlos in Euro realisiert.

Aber natürlich blieb es nicht beim Blick in den Bochmann, den natürlich wollte ich auch wissen, was sich hinter diesem Stempel verbirgt. Eine Suche im Internet ließen mich ein Exemplar des Ausstellungskatalog erwerben. Darüber hinaus fand sich eine Besprechung der Ausstellung durch Wally P. Schultz in der Zeitschrift "Kunst für Alle". Der relevante Jahrgang 1942/43 ist bei der Universitätsbibliothek Heidelberg im Volltext im Internet verfügbar. Die folgenden Informationen über die Ausstellung folgen weitestgehend Schultz, denn der Katalog zur Ausstellung gibt nur sehr spärliche Informationen.

Also, was wissen wir: die Ausstellung ist am 20. Jahrestag des Marsches auf Rom - also am 29. Oktober 1942 - in Berlin eröffnet worden. Schultz bespricht die Ausstellung in der Neuen Pinakothek in München, die von Ende November 1942 bis Anfang Februar 1943 stattfand. Der dritte Austellungsort dieser Wanderausstellung fand vom 14.2. bis zum 7.3. 1943 in der Wiener Hofburg statt. Schultz erläutert "Die Geste, unsere beste Galerie den Werken der italienischen Waffenbrüder einzuräumen, war nicht nur ein Sinnbild der Achtung für den Freund, sondern auch ein Mittel, die Einmaligkeit einer italienischen Kunstschau in Deutschland ... zu untersteichen." Philatelistische Zeugnisse - sprich Sonderstempel - gibt es für die Ausstellungen in Berlin und München nicht. Schultz deutet an, dass die Wanderausstellung auch für andere verbündete Länder gedacht worden ist. Hinweise auf spätere Ausstellungsorte im Anschluss an Wien konnte ich nicht finden. Der Hinweis, dass diese Ausstellung bereits in Rom in den Sälen des Ausstellungspalastes gezeigt wurde, ist dem Vorwort zum Ausstellungskatalog von Vittorio Ambrosio, dem Generalstabchef des Königlichen italienischen Heeres, entnommen. Und diese Ausstellung ist u.a.durch eine "Cartolina in franchigia" philatelistisch nachweisbar.

Weitere Lektüre:
Schulz, Wally P.: Feldgraue italienische Künstler stellen aus. In Die Kunst für alle. Malerei, Plastik, Graphik, Architektur. 58. Jahrgang. Heft 7 April 1943. http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1942_1943/0189