Handbuch der Italien-Philatelie

Somalia

Lexikon

Benadir-Briefmarke mit Überdruck in Centesimi Ital. Briefmarke mit Überdruck 'Somalia Italiana' Briefmarke mit Inschrift Poste Somalia Ital.

Die Briefmarkenabbildung ist der Webseite www.ibolli.it entnommen.

Somalia oder Bundesrepublik Somalia bezeichnet einen föderalen Staat im äußersten Osten Afrikas am Horn von Afrika. Der Name ist vom Volk der Somali abgeleitet, das die Bevölkerungsmehrheit bildet und auch in den Nachbarländern ansässig ist.

Somalia entstand aus dem Zusammenschluss der Kolonialgebiete Britisch- und Italienisch-Somaliland im Jahr 1960. Das Staatsgebiet grenzt an den Indischen Ozean im Osten, den Golf von Aden im Norden, Dschibuti und Äthiopien im Westen und Kenia im Süden.

Im Dezember 1888 schlossen die Italiener einen Protektoratsvertrag mit dem Sultan von Hobyo gegen das Majerteen-Sultanat von Bargaal, im April 1889 einen Schutzvertrag auch mit dem Sultan von Bargaal. 1892 zwang Italien das Sultanat Sansibar, die an der somalischen Benadirküste unter sansibarischer Oberhoheit stehenden Hafenstädte Mogadischu, Merka, Warsheikh und Baraawe an Italien zu verpachten. Kismaayo fiel zunächst an Britisch-Ostafrika. 1893 kaufte Italien die Städte Merka, Warsheikh und Baraawe vollständig, 1905 schließlich auch Mogadischu.

In den ersten Jahren wurde Italienisch-Somaliland von privaten Kolonialgesellschaften verwaltet, die weitgehende Hoheitsrechte besaßen. Von 1893 bis 1895 oblag die Verwaltung der in Rom ansässigen Filonardi-Gesellschaft, von 1895 bis 1905 übernahm die Benadir-Gesellschaft diese Aufgabe. Weil die Benadir-Gesellschaft ihren vertraglichen Aufgaben bei der Bekämpfung der Sklaverei nicht nachkam, übernahm Italien die direkte Verwaltung des Protektorats.

1908 wurde Mogadischu Hauptstadt der neu eingerichteten italienischen Kolonie. Bis 1920 hatten die Briten in ihrem Somaliland-Protektorat den antikolonialen Aufstand des Mohammed Abdullah Hassan niedergeschlagen. 1924/1925 wurde das Gebiet Oltre Giuba (samt Kismaayo) vom britischen Kenia an Italien übertragen und 1926 an Italienisch-Somaliland angegliedert.

Die Italiener überfielen 1935 von Somalia und Eritrea aus Äthiopien(Ogaden) (Abessinienkrieg). 1936 gliederten sie es ihrem Kolonialreich ein und bildeten aus Äthiopien, Eritrea und Italienisch-Somaliland die neue Kolonie Italienisch-Ostafrika. Die im Jahre 1941 siegreich dort einmarschierenden Briten gaben gleichwohl 1950 Italienisch-Somaliland an Italien als UN-Treuhandgebiet zurück. Am 1. Juli 1960 wurde Italienisch-Somaliland unabhängig und vereinigte sich sofort mit dem seit fünf Tagen unabhängigen Britisch-Somaliland zu Somalia.