Vittorio De Sica

Italien (Republik)

Eccellenze italiane dello spettacolo

2021 Eccellenze italiane dello spettacolo

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Vittorio De Sica (* 7. Juli 1901 in Sora, Italien; † 13. November 1974 in Neuilly - sur - Seine bei Paris) war ein italienischer Schauspieler und Filmregisseur des Neorealismus; ab 1968 war er auch französischer Staatsbürger. Sein Film Fahrraddiebe aus dem Jahr 1948 gilt unter Filmkritikern als einer der besten Filme aller Zeiten.
De Sica wuchs in Neapel auf. Nach einer auf Wunsch seines Vaters, eines Bankbeamten, absolvierten Ausbildung zum Buchhalter debütierte er 1918 mit 16 Jahren als Filmschauspieler. 1924 schloss er sich der Theatergruppe von Tatiana Pavlova an, 1925 kam er zur Truppe Almirante Manzini und 1927 zum Ensemble Almirante - Risone Tofano. Seinen Durchbruch hatte er 1927, als er in Spiel im Schloß von Molnar für den erkrankten Hauptdarsteller einspringen durfte. Nach Tätigkeiten bei weiteren Theatergruppen gründete er 1933 mit seiner ersten Ehefrau Giuditta Rissone und S. Tofano eine eigene Schauspielgruppe.[1] Dort erarbeitete er sich das Image, mit dem er später berühmt werden sollte, das des jugendlichen Frauenlieblings. Mit seiner Rolle in Mario Camerinis Film Gli uomini, che mascalzoni! (1932) begann seine Popularität. In Italien war er einer der gefeiertesten Schauspieler der 1930er Jahre.
In Rose scarlatte führte er (neben Giuseppe Amato) 1940 erstmals Regie. Für die Vatikanproduktion Die Pforte des Himmels führte er 300 Juden und politisch Verfolgte von 1943 bis zur Befreiung Italiens als Komparsen zum Schutz vor deren Verfolgung an. Von 1943 an arbeitete er mit dem Drehbuchautor Cesare Zavattini zusammen, der auch seine Meisterwerke des italienischen Neorealismus, Schuhputzer (1946) und Fahrraddiebe (1948), schrieb. Der letztgenannte Film wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Mit den bald darauffolgenden Filmen Das Wunder von Mailand (1951) und Umberto D. (1952) manifestierte er seinen Ruf als bedeutender Regisseur. Er arbeitete häufig mit Arthur Cohn zusammen, der ihn als seinen „Lehrer“ bezeichnete. Sein Ruf drang bis nach Hollywood, wo er 1957 in dem Kriegsdrama In einem anderen Land von Charles Vidor mitwirkte. Für seine Darstellung in der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ernest Hemingway war er 1958 als bester Nebendarsteller für einen Oscar nominiert.
In den 1960er Jahren drehte er kommerziell erfolgreiche Filme, darunter Boccaccio 70 (1962) gemeinsam mit Federico Fellini, und den mit einem Oscar prämierten Film Gestern, heute und morgen (1963) mit Sophia Loren in der Hauptrolle. Daneben arbeitete De Sica im In - und Ausland weiterhin als Schauspieler. Auch sein 1970 entstandener Film Der Garten der Finzi Contini wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. De Sica gewann für den Film auf der Berlinale 1971 auch den Goldenen Bären. Er war Darsteller in rund 160 Filmen und 125 Theaterproduktionen und führte in mehr als 35 Filmen Regie.
Mit seiner zweiten Ehefrau, der spanischen Schauspielerin María Mercader, hatte er zwei Söhne, Manuel und Christian De Sica.