Handbuch der Italien Philatelie

Italo Svevo

Italienische Briefmarke. Quelle ibolli.it

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Italo Svevo war ein italienischer Schriftsteller.

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Italo Svevo (eigentlich Aron Hector Schmitz, genannt Ettore Schmitz; * 19. Dezember 1861 in Triest, damals Österreich-Ungarn; † 13. September 1928 in Motta di Livenza bei Treviso) war ein italienischer Schriftsteller. Svevo gilt als führender italienischer Romanautor des 20. Jahrhunderts.
Als fünftes von acht Kindern kam Aron Hector Schmitz (italienisch Ettore Schmitz) 1861 in Triest, das zu dieser Zeit zu Österreich-Ungarn gehörte, zur Welt. Sein Vater Franz Schmitz stammte aus einer wohlhabenden Familie jüdischer Abstammung aus Österreich, die Mutter Mirjam Felice (Allegra) Moravia aus einer ebenfalls wohlhabenden jüdischen Familie aus Triest. Svevos Vater arbeitete als selbstständiger Kaufmann in Triest.
Im Alter von zwölf Jahren wurde Ettore mit seinen Brüdern Adolfo und Elio auf ein Internat nach Segnitz (bei Würzburg) geschickt. Der Vater plante für seine Söhne eine kaufmännische Karriere, wofür gute Deutschkenntnisse erforderlich waren. Ettore lernte in kurzer Zeit perfekt Deutsch und war fasziniert von deutschen Denkern wie Arthur Schopenhauer. 1878 kehrte er nach Triest zurück, wo er am Istituto Superiore di Commercio, einer Handelsschule, studierte. Da Svevo Schriftsteller werden wollte, unternahm er eine Reise nach Florenz, um das Italienische in seiner reinen (florentinischen) Form zu erlernen – neben Deutsch sprach er nämlich nur den Triester Dialekt, eine Variante des Venetischen.
Ab 1880 schrieb Ettore unter dem Pseudonym E. Samigli für die Triester Zeitung L'Indipendente Artikel und Theaterkritiken. In der Folgezeit verfasste er auch vier Theaterstücke, die aber keinen Erfolg hatten. Nachdem die Firma seines Vaters in Konkurs gegangen war, nahm Ettore eine Stelle bei der Banca Union, der Triester Filiale der Wiener Unionbank an. Neben dem ungeliebten Broterwerb las er viel und schrieb mehrere Novellen und Erzählungen. 1890 veröffentlichte L'Indipendente die längere Erzählung L'assassinio di via Belpoggio, die den Einfluss der Philosophie Schopenhauers zeigt. 1892 ließ er auf eigene Kosten seinen ersten Roman Una Vita drucken. Der Roman erschien unter dem Pseudonym Italo Svevo (was man mit „der italienische Schwabe“ übersetzen könnte). Der deutsche Schriftsteller Paul Heyse, später Träger des Literaturnobelpreises, schrieb ihm daraufhin einen enthusiastischen Brief – ansonsten blieb der Roman, von einer kurzen Rezension im Corriere della Sera abgesehen, ohne großen Erfolg.
1896 heiratete Svevo Livia Veneziani. Im Jahr darauf wurde die Tochter Letizia geboren. 1898 erschien Svevos zweiter Roman Senilità, den der Autor wieder aus eigener Tasche finanzierte. Auch dieses Buch fand keine Beachtung und dieses Mal äußerte sich auch Paul Heyse enttäuscht. Auf Drängen seiner Schwiegereltern schwor Svevo zu dieser Zeit, das Schreiben aufzugeben und sich ganz auf Familie und Beruf zu konzentrieren.
Nachdem er 1898 in die Leitung der Firma seines Schwiegervaters in Murano eintrat, konnte er seine Anstellung kündigen. In den recht profitablen Fabriken Moravia-Veneziani wurde ein Anstrich hergestellt, der das Faulen von Schiffsrümpfen wirksam bremste. Die Muße, die mit dem Wohlstand einherging, nutzte Svevo für Geigenunterricht. Teils privat, teils beruflich reiste er in diesen Jahren nach Frankreich und England (wo seit 1903 eine Niederlassung von Moravia-Veneziani bestand). In Triest nahm er englischen Sprachunterricht und lernte so 1905 an der Triester Berlitz-School James Joyce kennen, der dort als Sprachlehrer arbeitete. Die beiden (zu dieser Zeit noch weitgehend unbekannten) Autoren freundeten sich an. Joyce las Svevos Romane, war von ihnen begeistert und ermutigte ihn zu weiteren Arbeiten.
Nach dem Ersten Weltkrieg – Triest war nun Teil Italiens – übersetzte Svevo während eines längeren Krankenhausaufenthalts Die Traumdeutung von Sigmund Freud ins Italienische und beschäftigte sich auch darüber hinaus mit der Psychoanalyse. Als Ettore Schmitz betätigte er sich politisch und schrieb für die neuentstandene Zeitung La Nazione. Zugleich begann er wieder als Italo Svevo zu schreiben: "La coscienza di Zeno" (Im Dt. doppeldeutig: Zenos Gewissen oder Zenos Bewusstsein) entstand. Veröffentlicht wurde der Roman 1923, einmal mehr ohne dass das literarische Italien davon Notiz genommen hätte. James Joyce, der mittlerweile in Paris lebte, begeisterte den Übersetzer und Kritiker Valery Larbaud für das Buch, wodurch es zu einem Angebot für eine französische Ausgabe kam. Bis es soweit war, erschienen Auszüge aus Werken Svevos in einer Sondernummer der Zeitschrift Le Navire d'Argent. Auf dem Umweg über Frankreich schaffte Svevo so doch noch den Durchbruch. Der späte Erfolg bestärkte ihn und er widmete sich nun intensiv der Literatur. 1927 erschien La coscienza di Zeno in der französischen Übersetzung von Paul-Henri Michel, im selben Jahr wurde sein Einakter Terzetto Spezzato in Rom uraufgeführt. Svevo begeisterte sich für die Werke von Franz Kafka und begann unter diesem Einfluss seinen vierten Roman Il vecchione, der jedoch unvollendet blieb. Am 13. September 1928 starb Italo Svevo nahe Treviso an den Folgen eines Autounfalls.
In Italien wird Svevo mittlerweile als einer der größten Schriftsteller gefeiert, den Italiens klassische Moderne hervorgebracht hat. Seine Helden scheitern am wirklichen Leben, dies aber auf eine beklemmende (Senilità) oder komische (Zenos Gewissen) Weise, die Svevos Lektüre interessant macht. In Deutschland erschienen schon früh Übersetzungen von Werken Svevos durch Piero Rismondo und seit den 1970er Jahren setzte sich Eckhard Henscheid wiederholt für Svevo ein. Dennoch dauerte es lange, bis Svevos Werke ein breiteres Publikum erreichten. Eine erste Nachkriegsübersetzung durch Rismondo von Zenos Gewissen (unter dem Titel Zeno Cosini) konnte in der deutschen Fassung die Eigentümlichkeiten von Svevos Triester Italienisch nicht wiedergeben; erst die Neuübersetzung durch Barbara Kleiner (2000)[1] hat ein breites Publikum und zudem die Literaturkritik begeistert.
In Hamburg wird jährlich der mit 15.000 EUR dotierte Italo-Svevo-Preis verliehen.
in: https://de.wikipedia.org/wiki/Italo_Svevo

Aufsätze in Anthologien und Zeitschriften