Schweden

Ausriß aus H. Schwaneberger Internationales illustrirtes Briefmarken-Sammelbuch, 11. Auflage

Schweden.
Geschichte. Urkunden über die ersten Einrichtungen zur Briefbeförderung in Schweden sind seit dem Jahre 1500 und früher vorhanden. Diese Einrichtungen waren zunächst nicht öffentlich; sie dienten nur zur Beförderung der „Königsbriefe“   und amtlicher Schreiben der Regierung. Auf Grund einer erhalten gebliebenen Urkunde rechnet die schwedische Postverwaltung die Entstehung eines der Allgemeinheit dienenden schwedischen Postwesens vom 28. 7. 1636 ab. Die ersten staatlichen Bestimmungen über die Verwaltung des Postwesens traf die königliche »Verordnung wegen der Postboten vom 20. 2. 1636. Zu dieser Zeit leitete Andreas Wechel, der Feldpostmeister Gustav Adolpbs, das Postwesen. Er richtete wöchentlich einmalige Postverbindungen zwischen der Hauptstadt und Orten im Süden sowie Verbindungen mit dem Norden und Westen ein und eröffnete in Stockholm das erste PA. Seine Nachfolger standen im Pachtverhältnis. Karl XI. hob das Pachtwesen auf und richtete durch Verordnung vom 7. 1. 1677 die Post als Staatsverkehrsanstalt ein. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden die Postverbindungen erheblich verbessert; es, gab damals 84 PAnst. 1697 wurde als oberste Behörde die Ober-postdirektion in Stockholm geschaffen. Die Hauptverwaltung war jedoch nicht unabhängig, sondern unterstand zunächst dem Rate der Staatskanzlei. Bei Schaffung der Ministerien 1840 wurde die Post-verwaltung dem Finanzministerium zugeteilt. 1849 erhielt ihr Leiter die Amtsbezeichnung »Generaldirektor der Posten «. 1900 wurde die Postverwaltung dem Ministerium des Innern, 1920 dem des Verkehrs unterstellt. Im 19. und 20. Jahrhundert hat sich das Postwesen in Schweden ständig in Aufwärtsentwicklung befunden. Seit 1822 wird die Post von Schweden nach dem Festland durch Dampfschiffe befördert. 1855 Ausgabe der ersten Briefmarken und Einführung der Einheitsgebühr. Von 1858 ab Beförderung der Post auf den Eisenbahnen. 1861 Ein-führung der Briefzustellung in den wichtigen Städten sowie Einrichtung von „Poststationen“ zur Vermittlung des minder bedeutenden Dienstes auf dem Lande. 1866 Einführung des Postanweisungs- und Nachnahmedienstes im inneren Verkehr. 1872 Einführung der Postkarten. 1877 Schaffung der Landzustellung. 1884 Einrichtung der Postspar-kasse. 1889 Einführung der Kartenbriefe. 1892 Einführung der tele-graphischen Postanweisungen und des Postauftragsdienstes. 1893 Ein-teilung des Postgebiets in Postbezirke, deren Leitung Inspektionen (später Direktionen) übertragen wurde. 1895 Einführung der »Amerikaner« genannten Schließfächer. 1910 Benutzung von Kraftwagen zur Postbeförderung. 1914 wurden der Post die Auszahlung der Staatsruhegehälter, 1915 der Verkauf von Stempelsteuermarken, 1918 die Erhebung der Staatssteuern auf dem Lande und der Verkauf von Staatsschuldverschreibungen übertragen, 1920 Einführung der Flug-post und Einrichtung von Postexpeditionen in Orten mit mittlerem Verkehr. 1923 Nutzbarmachung der Postkraftwagen für die Personen-beförderung. 1925 Einrichtung des Postüberweisungsdienstes. In den folgenden Jahrzehnten wurden noch weitere Dienstaufgaben übernommen.
in: Hans Rackow: Handwörterbuch des Postwesens

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